Wenn in Berlin über die Pflegereform entschieden wird, stellt die Politik immer wieder dieselbe Frage: Wie groß ist diese Branche eigentlich?

Für die professionelle Hauswirtschaft gibt es darauf bis heute keine gute Antwort. Deshalb starten wir die Initiative „700 Unternehmen eine Stimme“.

Wer nicht gezählt wird, wird überhört

Pflegedienste und Pflegeheime sind statistisch gut erfasst. Unternehmen, die Menschen im Alltag unterstützen, tauchen dagegen in keiner einheitlichen Statistik auf. Sie sind je nach Bundesland unterschiedlich anerkannt, oft klein und regional aufgestellt.

Das hat Folgen. Im Entwurf zum Pflegeneuordnungsgesetz soll der Entlastungsbetrag für Menschen mit Pflegegrad 1 wegfallen (Bundesministerium für Gesundheit, 2026). Welche Unternehmen davon betroffen wären, wie viele Arbeitsplätze und wie viele Haushalte – das kann heute niemand sicher beziffern.

Genau das wollen wir ändern.

Warum Zahlen den Unterschied machen

In politischen Gesprächen zählen Argumente – aber noch mehr zählen Zahlen. Wer sagen kann, wie viele Unternehmen in einem Bundesland tätig sind, wie viele Menschen sie beschäftigen und wie viele Haushalte sie versorgen, wird anders gehört als jemand, der nur von „vielen“ Betroffenen spricht.

Andere Bereiche der Pflege haben diese Zahlen längst. Die Hauswirtschaft braucht sie jetzt – gerade in einer Phase, in der über Leistungen entschieden wird, von denen viele Betriebe unmittelbar abhängen.

So funktioniert die Initiative

Wir sammeln bundesweit Angaben von Unternehmen: zu Tätigkeitsbereichen, Beschäftigten und versorgten Haushalten. Daraus entsteht ein belastbares Bild der Branche, das wir in Gespräche mit Ministerien, Abgeordneten und Verbänden einbringen.

Die Teilnahme ist einfach:

  • kostenfrei,
  • ohne Mitgliedschaft im AHDW,
  • ohne Förderbeitrag,
  • in wenigen Minuten erledigt.

Einzelne Unternehmenszahlen veröffentlichen wir nicht, die Auswertung erfolgt zusammengefasst. Ob Ihr Unternehmen öffentlich als Unterstützer genannt wird, entscheiden Sie selbst.

Wer mitmachen kann

Hauswirtschaftliche Dienste, Anbieter haushaltsnaher Dienstleistungen, Angebote zur Unterstützung im Alltag nach § 45a SGB XI, ambulante Betreuungsdienste, ambulante Pflegedienste mit hauswirtschaftlicher Versorgung sowie Alltagsbegleitung und Assistenz.

Was Sie jetzt tun können

Als Geschäftsführerin oder Geschäftsführer eines hauswirtschaftlichen Unternehmens wissen Sie, was Ihre Arbeit für die Menschen vor Ort bedeutet. Mit der Registrierung machen Sie das auch für die Politik sichtbar.

  • Registrieren Sie Ihr Unternehmen. Das dauert nur wenige Minuten und kostet nichts.
  • Sprechen Sie Kolleginnen und Kollegen an. Kennen Sie andere Betriebe in Ihrer Region? Jede weitere Registrierung macht das Bild vollständiger.
  • Bleiben Sie auf dem Laufenden. Bei der Registrierung können Sie angeben, dass Sie über den Fortgang der Initiative informiert werden möchten. So erfahren Sie als Erste, was aus den gemeinsamen Zahlen wird und wo Sie sich weiter einbringen können.

Die Entscheidungen über die Pflegereform fallen in den kommenden Wochen und Monaten. Jetzt ist der Moment, in dem Ihre Stimme den Unterschied macht.

Jedes Unternehmen zählt.
Nie wieder ungehört.

Jetzt kostenfrei registrieren

Quellen

AHDW – Allianz haushaltsnahe Dienstleistungswirtschaft e. V. (2026). 700 Unternehmen eine Stimme – Anmeldung. https://www.ahdw.de/700-unternehmen/

Bundesministerium für Gesundheit. (2026, 5. Juni). Referentenentwurf eines Gesetzes zur Neuordnung der Pflegeversicherung (Pflegeneuordnungsgesetz – PNOG). https://www.bundesgesundheitsministerium.de/fileadmin/Dateien/3_Downloads/Gesetze_und_Verordnungen/GuV/P/RefE-Pflegeneuordnungsgesetz_PNOG.pdf